Zebroide

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Historisches Schwarz-Weiß-Foto eines Zebra-Mischlings mit deutlichen Streifen an Hals, Rumpf und Beinen
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Kurz erklärt

Zebroide sind Mischlinge aus einem Zebra und einem anderen Pferdeartigen, zum Beispiel einem Pferd, einem Pony oder einem Esel. Sie sehen meist aus wie der Elternteil, der kein Zebra ist, tragen aber Zebrastreifen, oft vor allem an den Beinen. Zebroide entstehen fast nur, wenn Menschen die Tiere zusammenbringen. Eigene Fohlen können sie so gut wie nie bekommen.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameKein eigener Name (Kreuzungen innerhalb der Gattung Equus)
Abstammung
  • Klasse: Säugetiere
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere
  • Überordnung: Laurasiatheria
  • Ordnung: Unpaarhufer
  • Familie: Pferde (Equidae)
  • Gattung: Pferde (Equus)
  • Art: Keine eigene Art, Hybrid
KörpergrößeHängt von den Elterntieren ab, keine verlässlichen Angaben
KörpergewichtHängt von den Elterntieren ab, keine verlässlichen Angaben
ErnährungPflanzenfresser
LebenserwartungKeine verlässlichen Angaben
HerkunftZucht durch den Menschen, selten auch Kreuzungen in freier Natur
Verbreitung Fast nur in Menschenobhut, zum Beispiel bei Züchtern, in Zoos und Tierparks; vereinzelte Mischlinge aus Zebra und Esel in Afrika
EntdeckungZebra-Mischlinge sind seit dem frühen 19. Jahrhundert beschrieben (Lord Morton, 1815)
SonstigesOberbegriff für Mischlinge aus einem Zebra und einem anderen Pferdeartigen, etwa Pferd (Zorse), Pony (Zony) oder Esel (Zonkey)

Was sind Zebroide?

Ein Zebroid ist ein Mischling, auch Hybrid genannt. Ein Elternteil ist ein Zebra, der andere gehört zu einer anderen Art der Pferdeartigen, zum Beispiel ein Hauspferd, ein Pony oder ein Esel. „Zebroide“ ist also keine Tierart, sondern ein Sammelbegriff für alle diese Kreuzungen.

Zebras, Pferde und Esel gehören alle zur Gattung Equus. Weil sie so eng verwandt sind, können sie miteinander Nachwuchs zeugen. Einen eigenen wissenschaftlichen Namen haben Zebroide deshalb nicht. Meist wird bei der Zucht auch nicht unterschieden, welche der drei Zebraarten beteiligt war: Steppenzebra, Grevyzebra oder Bergzebra.

Überraschende Verwandtschaft: Zebras sehen aus wie gestreifte Pferde. Tatsächlich sind sie aber enger mit den Eseln und anderen Wildeseln verwandt als mit den Pferden. Die Gattung Equus entstand nach Erbgut-Analysen vor etwa 4,0 bis 4,5 Millionen Jahren, damals trennte sich die Linie der Pferde von der der Esel und Zebras. Zebras und Esel gingen erst vor etwa 1,7 bis 2 Millionen Jahren getrennte Wege.

Welche Zebroide gibt es?

Die Namen der einzelnen Mischlinge setzen sich meist aus den Namen der Eltern zusammen. Der Vater wird dabei in der Regel zuerst genannt:

NameVaterMutter
ZorseZebraPferd
Hebra (auch Zebrinny)PferdZebra
ZonyZebraPony
Zonkey (auch Zesel oder Zedonk)ZebraEsel
DonkraEselZebra

Meist ist das Zebra der Vater: In den meisten Fällen wird ein Zebrahengst mit einer Pferde-, Pony- oder Eselstute gekreuzt. Mischlinge mit einer Zebrastute als Mutter, also Hebras und Donkras, kommen vor, sind aber selten.

Viele Namen, keine festen Regeln: Für dieselbe Kreuzung gibt es oft mehrere Namen. Ein Mischling aus Zebra und Esel heißt je nach Quelle Zonkey, Zenkey, Zedonk, Zebrass oder Zesel. Ein Zony aus einem Zebra und einem Shetlandpony wurde in England auch „Zetland“ genannt.

Aussehen

Zebroide ähneln im Körperbau meist dem Elternteil, der kein Zebra ist. Vom Zebra erben sie die Streifen. Diese bedecken aber nur selten den ganzen Körper. Oft sind nur die Beine gestreift, manchmal auch Teile des Rumpfes und des Halses.

Zorse und Zony: Sie sehen aus wie Pferde oder Ponys mit Zebrastreifen. Die dunklen Streifen liegen über der Fellfarbe, die vom Pferd stammt. Bei einem braunen oder fuchsfarbenen Pferd entsteht ein Muster aus schwarzen Streifen auf goldbraunem Grund. Hat die Pferdemutter weiße Flecken, zum Beispiel als Schecke, bleiben diese weißen Stellen ungestreift. Mehr dazu steht auf der Seite Zorse.

Zonkey: Mischlinge aus Zebra und Esel sind meist hellbraun, braun oder grau mit einer helleren Unterseite. Streifen zeigen sich vor allem an den hellen Körperteilen wie Beinen und Bauch. Die meisten haben einen dunklen Streifen auf dem Rücken. Eine wissenschaftliche Studie beschreibt vier damals lebende Zebra-Esel-Mischlinge so: schwarze Zebrastreifen an Beinen und Ohren und der schmale Kopf eines Esels.

Größe: Wie groß und schwer ein Zebroid wird, hängt vor allem von seinen Eltern ab. Ein Mischling mit einer großen Pferdestute als Mutter wird deutlich größer als einer von einer Shetlandpony- oder Eselstute. Wissenschaftlich gemessene Durchschnittswerte gibt es nicht, deshalb nennen wir hier keine Zahlen.

Warum sind Zebroide fast immer unfruchtbar?

Der Grund liegt in den Chromosomen, den Trägern der Erbinformation. Obwohl Pferdeartige eng verwandt sind, haben sie sehr unterschiedlich viele Chromosomen:

TierChromosomen
Bergzebra32
Steppenzebra44
Grevyzebra46
Hausesel62
Hauspferd64
Przewalski-Pferd66

Ein Mischling bekommt von jedem Elternteil die Hälfte. Ein Zorse aus Hauspferd und Steppenzebra hat deshalb 54 Chromosomen. Beim Zonkey hat man das genau untersucht: Ein 2013 in Italien geborener männlicher Mischling aus Steppenzebra-Hengst und Eselstute hatte 53 Chromosomen, 22 vom Zebra und 31 vom Esel.

Um Ei- oder Samenzellen zu bilden, müssen sich immer zwei passende Chromosomen zu Paaren zusammenlegen. Bei Zebroiden passen viele Chromosomen nicht zueinander. Die Bildung der Keimzellen gerät durcheinander. Deshalb gelten männliche Zebroide als unfruchtbar, weibliche sind höchstens sehr eingeschränkt fruchtbar. Dass es gerade die Männchen trifft, ist bei Mischlingen häufig und wird als Haldane-Regel bezeichnet. Ganz ähnlich ist es beim Maultier, dem Mischling aus Eselhengst und Pferdestute.

Umstrittene Ausnahmen: Charles Darwin berichtete 1868, er habe im Londoner Zoo einen „dreifachen Mischling“ gesehen. Seine Mutter war eine Pferdestute, sein Vater ein Mischling aus Eselhengst und Zebrastute. Dieser Vater hätte also fruchtbar sein müssen. Ob die Angaben stimmen, lässt sich heute nicht mehr prüfen. Auch ein Fallbericht aus Äthiopien beschreibt einen männlichen Zebra-Esel-Mischling, von dem zwei Fohlen stammen sollen. Wie das zu erklären ist, konnten die Autoren nicht klären.

Zebra mal Zebra: Anders sieht es bei Mischlingen zwischen zwei Zebraarten aus. Im Norden Kenias paaren sich Grevyzebra-Hengste manchmal mit Steppenzebra-Stuten. Forscher haben dort weibliche Mischlinge beobachtet, die selbst Fohlen großgezogen haben. Solche Zebra-Zebra-Mischlinge werden aber meist nicht zu den Zebroiden gezählt.

Wo gibt es Zebroide?

In freier Natur leben Zebras und Pferde nicht zusammen. Zorses und Zonys entstehen deshalb nur, wenn Menschen die Tiere zusammenbringen. Esel und Zebras treffen in Afrika dagegen manchmal aufeinander. Aus Äthiopien ist ein Mischling bekannt, der aus einer natürlichen Paarung zwischen einem Eselhengst und einer Zebrastute stammt. Solche Fälle sind aber sehr selten.

Man sieht Zebroide vereinzelt in Zoos, Tierparks und bei privaten Haltern. Manchmal entstehen sie auch aus Versehen, wenn ein Zebra mit Pferden, Ponys oder Eseln zusammen gehalten wird. Wie viele Zebroide es weltweit gibt, weiß niemand. Eine Studie aus dem Jahr 2017 nennt für Zebra-Esel-Mischlinge nur vier damals lebende Tiere: in Italien, Mexiko, China und Georgien.

Charakter: Zebras sind Wildtiere, Pferde und Esel dagegen Haustiere. Zebroide erben etwas von beiden Seiten und können deshalb schwerer zu handhaben sein als Pferde oder Esel. Verlässliche Untersuchungen zu ihrem Verhalten gibt es aber nicht.

Ernährung und Fortpflanzung: Wie Zebras, Pferde und Esel sind Zebroide Pflanzenfresser. Gezielte Untersuchungen zu ihrer Fütterung oder zur Tragzeit bei den einzelnen Kreuzungen gibt es nicht. Weil Zebroide fast immer unfruchtbar sind, kann man nicht mit ihnen weiterzüchten. Jedes Tier ist das Ergebnis einer neuen Kreuzung.

Geschichte der Zebroide

Lord Mortons Stute (1815): Ein früher, berühmter Zebra-Mischling stammte von Lord Morton. Er kreuzte 1815 einen Quagga-Hengst mit einer fuchsfarbenen Araberstute. Das Quagga war eine Unterart des Steppenzebras, die inzwischen ausgestorben ist. Das Fohlen hatte deutlich gestreifte Beine. Charles Darwin erwähnte diesen Mischling in seinem Buch „Über die Entstehung der Arten“ (1859).

Die Penycuik-Versuche: Der schottische Zoologe James Cossar Ewart kreuzte Ende des 19. Jahrhunderts einen Zebrahengst mit Ponystuten. Er wollte eine alte Vorstellung prüfen, die sogenannte Telegonie: Ein Weibchen sollte Merkmale eines früheren Partners an spätere Nachkommen weitergeben. Ewarts Versuche widerlegten das. 1899 veröffentlichte er seine Ergebnisse in dem Buch „The Penycuik Experiments“.

Robuste Arbeitstiere: Zebras sind widerstandsfähig gegen die Tierseuche Nagana (Tier-Trypanosomose), die von Tsetsefliegen übertragen wird. Pferde und Ponys sind es nicht. Deshalb hoffte man, dass Zebra-Mischlinge diese Widerstandskraft erben und sich als Zug- und Lasttiere in Afrika eignen. Ewart stand Anfang des 20. Jahrhunderts deshalb mit Kolonialbeamten in Ostafrika in Kontakt. Durchgesetzt haben sich Zebroide als Arbeitstiere aber nicht.

Ein Zonkey im Labor

Im Juli 2013 kam in einer Tierauffangstation nahe Florenz in Italien ein männlicher Zonkey zur Welt. Sein Vater war ein Steppenzebra, seine Mutter eine Eselstute. Die beiden hatten sich auf natürlichem Weg gepaart. Forscher untersuchten 2017 seine Chromosomen mit einer neuen Färbemethode. Damit wurde erstmals der Chromosomensatz eines lebenden Zebra-Esel-Mischlings so genau beschrieben, dass sich jedes einzelne Chromosom einem Elternteil zuordnen ließ.

Häufige Fragen zu Zebroiden

Was ist ein Zebroid?

Ein Zebroid ist ein Mischling aus einem Zebra und einem anderen Pferdeartigen, zum Beispiel einem Pferd, Pony oder Esel. Es ist keine eigene Tierart, sondern ein Sammelbegriff. Bekannte Zebroide sind der Zorse und der Zonkey.

Was ist der Unterschied zwischen Zorse und Zonkey?

Beide haben meist einen Zebrahengst als Vater. Beim Zorse ist die Mutter eine Pferdestute, beim Zonkey eine Eselstute. Zorses sehen deshalb eher aus wie Pferde, Zonkeys eher wie Esel mit gestreiften Beinen.

Können Zebroide Fohlen bekommen?

Fast nie. Zebras, Pferde und Esel haben unterschiedlich viele Chromosomen, deshalb können Zebroide meist keine funktionierenden Ei- oder Samenzellen bilden. Männliche Zebroide gelten als unfruchtbar, weibliche als höchstens sehr eingeschränkt fruchtbar.

Gibt es Zebroide in freier Wildbahn?

Nur sehr selten. Pferde und Zebras leben in der Natur nicht zusammen. Mischlinge aus Zebra und Esel sind dagegen vereinzelt dort nachgewiesen, wo Esel und Zebras aufeinandertreffen, zum Beispiel in Äthiopien.

Wie heißt ein Mischling aus Esel und Zebra?

Hat er einen Zebrahengst als Vater und eine Eselstute als Mutter, heißt er Zonkey, auf Deutsch auch Zesel oder Zedonk. Ist der Vater ein Esel und die Mutter ein Zebra, spricht man von einem Donkra.

Wofür werden Zebroide gezüchtet?

Früher wollte man robuste Arbeitstiere züchten, die gegen die von Tsetsefliegen übertragene Tierseuche Nagana widerstandsfähig sind. Heute sieht man Zebroide vor allem als Besonderheit in Zoos, Tierparks und bei privaten Haltern.

Ähnliche Tiere

  • Zorse - der bekannteste Zebroid, ein Mischling aus Zebra und Pferd
  • Zebra - der gestreifte Elternteil aller Zebroide
  • Esel - die Mutter des Zonkeys und ein naher Verwandter der Zebras
  • Pferd - die Mutter von Zorse und Zony
  • Maultier - der bekannteste Mischling aus Esel und Pferd
  • Liger - ein Mischling aus Löwe und Tiger

Quellen