Zilpzalp
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Kurz erklärt
Der Zilpzalp ist ein kleiner, olivbrauner Singvogel, der nur etwa 8 Gramm wiegt. Seinen Namen hat er von seinem Gesang, der wie "zilp zalp zilp zalp" klingt. Er frisst vor allem kleine Insekten und Spinnen. Im Winter zieht er in den Mittelmeerraum und kommt schon im März zu uns zurück.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Phylloscopus collybita |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | 10 bis 12 cm |
| Körpergewicht | Im Schnitt knapp 8 g, die meisten Vögel wiegen 6,5 bis 9 g |
| Ernährung | Vor allem kleine Insekten, deren Larven und Puppen sowie Spinnen; gelegentlich Asseln, Beeren und Sämereien |
| Lebenserwartung | Nach Erreichen des Brutalters meist etwa 2 Jahre; ein in Großbritannien beringter Vogel wurde 7 Jahre und 7 Monate alt |
| Sozialverhalten | Zur Brutzeit paarweise im Revier |
| Herkunft | Europa und Asien |
| Verbreitung | Brütet von Westeuropa bis Ostsibirien; überwintert im Mittelmeerraum, in Westeuropa, in Afrika und in Südasien AfrikaAsienEuropa |
| Entdeckung | Erstbeschreibung 1817 durch Louis Pierre Vieillot |
| Gefährdung | LC Nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN, 2024) |
| Sonstiges | In Deutschland brüten etwa 3,15 bis 4,3 Millionen Paare. Der Zilpzalp ist einer der häufigsten Laubsänger und gilt als nicht gefährdet. |
Was ist ein Zilpzalp?
Der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) ist ein kleiner Singvogel aus der Familie der Laubsängerartigen. Er wird auch Weidenlaubsänger genannt. In manchen Gegenden hat er noch andere Namen, zum Beispiel "Weidenzeisig" oder "Erdzeisig", in Franken auch "Wüstling" oder "Finderling".
Seinen Namen verdankt er seinem Gesang: Er klingt tatsächlich wie "zilp zalp zilp zalp". Das haben auch Menschen in anderen Ländern gehört. Auf Englisch heißt der Vogel "Chiffchaff", auf Niederländisch "Tjiftjaf". Im Frühjahr und Sommer hört man ihn in Deutschland fast überall, wo es hohe Bäume gibt. Hier brüten etwa 3,15 bis 4,3 Millionen Paare. Wissenschaftlich beschrieben hat ihn der französische Naturforscher Louis Pierre Vieillot im Jahr 1817.
Aussehen und Körperbau
Größe und Gewicht: Der Zilpzalp ist nur 10 bis 12 Zentimeter lang. Er wiegt im Schnitt knapp 8 Gramm, die meisten Vögel zwischen 6,5 und 9 Gramm.
Gefieder: Das Gefieder ist eher unscheinbar.
- Oberseite: fast einheitlich olivbraun
- Unterseite: weißlich mit etwas Beige und Gelb
- Kopf: ein dunkler Augenstreif, darüber ein recht kurzer, heller Überaugenstreif und ein weißlicher Ring um das Auge
- Beine und Schnabel: meist dunkler als beim sehr ähnlichen Fitis
Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Die Männchen haben aber etwas längere Flügel als die Weibchen.
Typisches Verhalten: Der Zilpzalp ist ständig in Bewegung. Auf der Suche nach Nahrung hüpft er durch Bäume und Sträucher und wippt dabei immer wieder mit dem Schwanz nach unten. Daran kann man ihn oft schon von Weitem erkennen.
Zilpzalp oder Fitis? So unterscheidet man sie
Der Zilpzalp hat einen Doppelgänger: den Fitis (Phylloscopus trochilus). Die beiden Laubsänger sehen sich so ähnlich, dass Fachleute von Zwillingsarten sprechen. Selbst erfahrene Vogelbeobachter können sie oft nur am Gesang sicher auseinanderhalten.
| Merkmal | Zilpzalp | Fitis |
|---|---|---|
| Gesang | laut und gleichmäßig "zilp zalp zilp zalp", meist in zwei Tonhöhen | weiche, abfallende Pfeiftöne, die leise ausklingen |
| Beine | meist dunkel | hell |
| Überaugenstreif | kurz und hell | deutlicher und gelblich |
| Kehle und Brust | weißlich mit etwas Beige | leicht gelblich |
| Flügel | kürzer | länger |
| Überwinterung | Mittelmeerraum und südliches Mitteleuropa | Afrika südlich der Sahara |
Am Gesang erkennen: Das ist der sicherste Weg. Der Zilpzalp singt laut und rhythmisch "zilp-zalp zilp-zalp", zwischendurch hört man manchmal ein gedämpftes "trrret trrret". Der Fitis singt dagegen weich und melodisch. Seine Strophe fällt in der Tonhöhe ab, ähnlich wie beim Buchfink, klingt aber zum Ende hin langsam aus. Viele Menschen empfinden sie als etwas wehmütig.
Am Verhalten erkennen: Schlägt der kleine Vogel häufig mit dem Schwanz nach unten, ist das ein guter erster Hinweis auf einen Zilpzalp.
Am Zugweg erkennen: Der Zilpzalp überwintert vor allem im Mittelmeerraum und ist schon ab März wieder bei uns. Der Fitis ist dagegen ein Langstreckenzieher und fliegt zum Überwintern bis nach Afrika südlich der Sahara. Er baut außerdem ein backofenförmiges, überdachtes Nest am Boden.
Verbreitung und Lebensraum
Der Zilpzalp hat ein riesiges Brutgebiet. Es reicht von Irland, Großbritannien und Skandinavien im Westen bis zum Fluss Kolyma in Ostsibirien. Im Süden brütet er bis nach Portugal, in den Norden der Türkei und bis in die Mongolei. Nach Norden kommt er bis zur Baumgrenze vor.
Lebensraum: Der Zilpzalp braucht Bäume und darunter dichte Pflanzen.
- Wälder: vor allem aufgelockerte Wälder mit alten Bäumen und einer dichten Strauch- und Krautschicht
- Gärten und Parks: vor allem naturnahe, etwas wilde Gärten mit Bäumen
- Weitere Lebensräume: Gebüsche, Schilfgebiete und andere reich strukturierte Orte mit Unterwuchs
Zugverhalten
Der Zilpzalp ist ein Kurz- bis Mittelstreckenzieher. Bei uns ist er etwa von März bis Oktober zu sehen, nur im Winter nicht. Die meisten Zilpzalpe aus Deutschland verbringen den Winter im Mittelmeerraum, manche auch im südlichen Mitteleuropa.
Weltweit ist das Winterquartier noch viel größer. Es reicht von Guinea-Bissau in Westafrika und Zentralindien bis nach England. Manche Zilpzalpe legen auf ihrem Zug mehr als 5.000 Kilometer zurück, andere ziehen nur kurze Strecken oder bleiben im Winter in der Nähe ihres Brutgebiets.
In Großbritannien kommen die Zilpzalpe heute im Frühjahr etwa zwei Wochen früher an als in den 1960er-Jahren. Fachleute sehen darin eine mögliche Folge des Klimawandels.
Ernährung
Der Zilpzalp ist vor allem ein Insektenfresser.
- Hauptnahrung: kleine Insekten, ihre Larven und Puppen sowie Spinnen
- Gelegentlich: Asseln, Beeren und Sämereien, dazu Nektar aus Blüten und sogar winzige Schnecken
So jagt er: Der Zilpzalp sucht Blätter, Zweige und Rinde in kleinen Flattersprüngen ab. Manchmal steht er dabei kurz im Rüttelflug in der Luft, wie ein winziger Hubschrauber. Fliegende Insekten schnappt er auch direkt in der Luft.
Gesang und Verhalten
Das laute "zilp zalp" ist ab März zu hören, und zwar fast überall, wo es hohe Bäume gibt. Das Männchen singt die Silben in unregelmäßiger Reihenfolge, meist in zwei Tonlagen. Sein Ruf ist ein weiches, ansteigendes "hüit".
Fortpflanzung und Nachwuchs
Zilpzalpe ziehen meist zwei Bruten im Jahr groß.
- Nest: Das Nest baut nur das Weibchen. Es ist kugelig und liegt gut versteckt in der Bodenvegetation von Wäldern, Parks oder verwilderten Gärten.
- Eier: Das Weibchen legt meist 5 bis 6 Eier. Seltener sind es nur 2 oder bis zu 9.
- Brüten: Nur das Weibchen brütet, meist 13 bis 14 Tage lang.
- Nestlinge: Die Jungen schlüpfen mit einem feinen Daunenflaum.
- Ausfliegen: Nach etwa 14 Tagen (meist 13,5 bis 15,5 Tage) verlassen die Jungvögel das Nest.
Junge Zilpzalpe brüten in der Regel schon im nächsten Jahr selbst.
Feinde und Gefährdung
Kurzes Leben: Für einen so kleinen Zugvogel ist jedes Jahr gefährlich. Nur etwa jeder fünfte Jungvogel überlebt das erste Jahr, und auch von den erwachsenen Vögeln überlebt nur knapp ein Drittel bis zum nächsten Jahr. Wer das Brutalter erreicht, lebt im Schnitt noch etwa 2 Jahre. Ein in Großbritannien beringter Zilpzalp wurde sogar 7 Jahre und 7 Monate alt. Fachleute vermuten, dass vor allem das Überleben im Winter darüber entscheidet, wie viele Zilpzalpe es gibt.
Gefahren: Am Rand des Verbreitungsgebiets gehen die Bestände an manchen Orten zurück. Als Gründe gelten die Art der Waldbewirtschaftung und Dürren in der Sahelzone in Afrika. Dort ziehen viele Zilpzalpe durch, manche überwintern auch dort.
Gefährdungsstatus: Insgesamt geht es dem Zilpzalp gut. Weltweit gibt es nach Schätzungen zwischen 10 Millionen und 500 Millionen erwachsene Zilpzalpe, allein in Europa rund 33 Millionen. Auf der Roten Liste der IUCN ist er als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft (BirdLife International, 2024). Auch in Deutschland gilt er als ungefährdet, der Bestand ist stabil.
So kann man helfen: Ein naturnaher Garten mit Bäumen und dichter Bodenvegetation bietet dem Zilpzalp Nahrung und Nistplätze.
Aus einer Art wurden vier
Bis in die 1980er-Jahre galten mehrere Vögel als eine einzige Art "Zilpzalp". Heute unterscheiden Fachleute vier Arten: den Zilpzalp, den Iberienzilpzalp, den Kanarenzilpzalp und den Bergzilpzalp. Sie unterscheiden sich vor allem im Gesang, ein wenig im Gefieder und in ihrem Erbgut. Auch der Sibirische Zilpzalp, der bisher als Unterart gilt, könnte eine eigene Art sein.
Häufige Fragen zum Zilpzalp
Wie sieht ein Zilpzalp aus?
Der Zilpzalp ist ein kleiner Vogel mit olivbrauner Oberseite und weißlicher Unterseite. Er hat einen kurzen hellen Streifen über dem Auge und meist dunkle Beine. Typisch ist, dass er oft mit dem Schwanz wippt.
Warum heißt der Zilpzalp so?
Sein Gesang klingt wie "zilp zalp zilp zalp". Der Vogel singt also seinen eigenen Namen. Auch auf Englisch ("Chiffchaff") und Niederländisch ("Tjiftjaf") ist er nach seinem Gesang benannt.
Was ist der Unterschied zwischen Zilpzalp und Fitis?
Beide sehen sich sehr ähnlich. Der Fitis hat meist helle Beine, längere Flügel und einen gelblicheren Überaugenstreif. Am sichersten erkennt man sie am Gesang: Der Zilpzalp singt "zilp zalp", der Fitis eine weiche, abfallende Tonfolge.
Was frisst ein Zilpzalp?
Er frisst vor allem kleine Insekten, deren Larven und Puppen sowie Spinnen. Gelegentlich nimmt er auch Beeren, Sämereien oder Nektar.
Wann kommt der Zilpzalp zurück?
Der Zilpzalp gehört zu den ersten Zugvögeln, die im Frühling zurückkehren. Schon im März hört man ihn wieder singen. Im Oktober zieht er in den Mittelmeerraum.
Wie viele Eier legt ein Zilpzalp?
Meist legt das Weibchen 5 bis 6 Eier in ein kugeliges Nest am Boden. Es brütet sie 13 bis 14 Tage lang allein aus. Oft gibt es zwei Bruten im Jahr.
Ähnliche Tiere
- Mönchsgrasmücke - ein anderer häufiger Zugvogel, der im Gebüsch singt
- Zaunkönig - ein anderer sehr kleiner Singvogel
- Blaumeise - ein kleiner Singvogel, der oft im Garten zu sehen ist
- Buchfink - sein Gesang ähnelt etwas dem des Fitis
- Rotkehlchen - ein weiterer kleiner Singvogel aus dem Garten
Quellen
- Zilpzalp - Vogelporträt des NABU
- Zilpzalp - Artenporträt des LBV
- Fitis - Artenporträt des LBV
- Chiffchaff - BirdFacts des British Trust for Ornithology (BTO)
- Mlodinow, S. G. et al. (2025): Common Chiffchaff (Phylloscopus collybita). Birds of the World, Cornell Lab of Ornithology
- BirdLife International (2024): Phylloscopus collybita. The IUCN Red List of Threatened Species
Größenvergleich
Wie groß ist der Zilpzalp wirklich? Mit 10 bis 12 cm überragt er eine 1-Euro-Münze (2,3 cm) deutlich, kommt aber noch nicht an einen Fußball (22 cm) heran. Anschaulich gesprochen: Man müsste etwa 5 1-Euro-Münzen übereinander stapeln, um so groß wie ein Zilpzalp zu werden. Selbst eine Biene (1,5 cm) wirkt daneben noch winzig.
Gewichtsvergleich
Der Zilpzalp wiegt nur 6,5 bis 9 g - ein echtes Federgewicht! Selbst eine Tafel Schokolade (100 g) bringt ein Vielfaches davon auf die Waage. Dafür ist der Zilpzalp leicht genug, um vom Wind davongetragen zu werden.