Zorse
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Kurz erklärt
Ein Zorse ist ein Mischling aus einem Zebrahengst und einer Pferdestute. Er sieht meist aus wie ein Pferd, hat aber Zebrastreifen, oft vor allem an den Beinen. Zorses gibt es nicht in freier Natur, sie entstehen nur durch Zucht. Wie die meisten Zebra-Mischlinge können sie fast nie eigene Fohlen bekommen.
Steckbrief
| Wissenschaftl. Name | Kein eigener Name (Kreuzung aus Zebra und Hauspferd, Equus caballus) |
|---|---|
| Abstammung |
|
| Körpergröße | Hängt von der Pferdestute ab, keine verlässlichen Angaben |
| Körpergewicht | Hängt von der Pferdestute ab, keine verlässlichen Angaben |
| Ernährung | Pflanzenfresser |
| Lebenserwartung | Keine verlässlichen Angaben |
| Herkunft | Zucht durch den Menschen |
| Verbreitung | Nur in Menschenobhut, zum Beispiel bei Züchtern und in kleineren Zoos |
| Entdeckung | Zebra-Pferd-Mischlinge sind seit dem 19. Jahrhundert beschrieben |
| Sonstiges | Mischling aus Zebrahengst und Pferdestute. Die umgekehrte Kreuzung heißt Hebra. |
Was ist ein Zorse?
Ein Zorse ist ein Mischling, auch Hybrid genannt. Sein Vater ist ein Zebrahengst, seine Mutter eine Pferdestute. Das Wort „Zorse“ ist aus den englischen Wörtern zebra und horse (Pferd) zusammengesetzt. Im Englischen gibt es noch weitere Namen, zum Beispiel Zebrose, Zebrula oder Zebra-Maultier.
Weil der Zorse keine eigene Tierart ist, hat er auch keinen wissenschaftlichen Artnamen. Zebras und Pferde gehören aber zur selben Gattung Equus. Weil sie eng miteinander verwandt sind, können sie gemeinsame Nachkommen haben. Welche Zebraart bei der Zucht verwendet wurde, wird meist nicht unterschieden.
Zorse, Zonkey und Co.: Alle Mischlinge aus einem Zebra und einem anderen Pferdeartigen nennt man Zebroide. Die Namen verraten meist die Eltern, der Vater wird dabei zuerst genannt:
| Name | Vater | Mutter |
|---|---|---|
| Zorse | Zebra | Pferd |
| Hebra (auch Zebrinny) | Pferd | Zebra |
| Zony | Zebra | Pony |
| Zonkey (auch Zesel oder Zedonk) | Zebra | Esel |
| Donkra (auch Ebra) | Esel | Zebra |
Mischlinge mit einer Zebrastute als Mutter sind selten. Meist wird ein Zebrahengst mit einer Pferde- oder Eselstute gekreuzt. Das hat praktische Gründe: Die Aufzucht ist so einfacher, und Zebras verhalten sich bei der Paarung aggressiver als Pferde oder Esel.
Verwandtschaft: Obwohl Zebras wie gestreifte Pferde aussehen, sind sie enger mit Eseln verwandt als mit Pferden. Die Linie der Pferde hat sich nach Schätzungen vor etwa 4,0 bis 4,7 Millionen Jahren von der Linie der übrigen Pferdeartigen getrennt.
Aussehen
Ein Zorse sieht meist mehr wie ein Pferd aus als wie ein Zebra. Körperbau und Grundfarbe erbt er vor allem von seiner Mutter. Vom Zebra-Vater bekommt er die Streifen.
Streifen: Die Streifen bedecken meist nicht den ganzen Körper. Oft sind nur die Beine gestreift, manchmal auch Teile des Rumpfes oder des Halses. Die dunklen Streifen liegen über der Fellfarbe, die das Fohlen vom Pferd geerbt hat. Bei einem braunen oder fuchsfarbenen Pferd entsteht so ein Muster aus schwarzen Streifen auf goldbraunem Grund. Deshalb spricht man im Englischen manchmal von „golden zebra“.
Einfarbige Mütter: Für die Zucht nimmt man meist einfarbige Pferde. Hat die Pferdemutter weiße Flecken, zum Beispiel als Schecke, kann der Zorse diese weißen Flecken erben. Streifen erscheinen dann nur auf den farbigen Stellen, die weißen Bereiche bleiben ungestreift. Zorses können deshalb sehr unterschiedlich aussehen.
Größe und Gewicht: Wie groß und schwer ein Zorse wird, hängt vor allem von der Größe der Pferdestute ab. Verlässliche Messwerte gibt es in wissenschaftlichen Quellen nicht. Deshalb nennen wir hier keine Zahlen.
Warum sind Zorses unfruchtbar?
Die Erklärung steckt in den Chromosomen. Das sind die Träger der Erbinformation in jeder Zelle. Pferdeartige haben je nach Art sehr unterschiedlich viele davon:
- Hauspferd: 64 Chromosomen
- Steppenzebra: 44 Chromosomen
- Grevyzebra: 46 Chromosomen
- Bergzebra: 32 Chromosomen
Ein Mischling bekommt die Hälfte seiner Chromosomen von der Mutter und die Hälfte vom Vater. Ein Zorse aus Hauspferd und Steppenzebra hat deshalb 54 Chromosomen: 32 vom Pferd und 22 vom Zebra. Um Ei- oder Samenzellen zu bilden, müssen sich immer zwei passende Chromosomen zu Paaren zusammenfinden. Beim Zorse passen viele Chromosomen nicht zueinander. Die Bildung der Keimzellen gerät durcheinander und bricht oft ab.
Die Folge: Männliche Zebroide gelten als unfruchtbar, weibliche sind höchstens sehr eingeschränkt fruchtbar. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2017 beschreibt Zebra-Mischlinge als unfruchtbar, das Wissenschaftsmagazin IFLScience als „fast immer unfruchtbar“. Das ist ähnlich wie beim Maultier, dem Mischling aus Eselhengst und Pferdestute.
Eine alte Ausnahme ist umstritten: Charles Darwin berichtete von einem „dreifachen Mischling“ im Londoner Zoo. Dessen Mutter war eine Pferdestute, der Vater ein Mischling aus Esel und Zebra. Dafür hätte dieser Vater fruchtbar sein müssen. Ob das wirklich so war, ist unklar.
Geschichte der Zebra-Pferd-Kreuzungen
Lord Mortons Stute (1815): Ein berühmter früher Zebra-Pferd-Mischling stammte von Lord Morton. Er kreuzte 1815 einen Quagga-Hengst mit einer fuchsfarbenen Araberstute. Das Quagga war eine Unterart des Steppenzebras aus Südafrika, die 1883 ausgestorben ist. Das weibliche Fohlen ähnelte beiden Eltern. Charles Darwin erwähnte diesen Mischling 1859 in seinem berühmten Buch „Über die Entstehung der Arten“.
Die Penycuik-Versuche: Der schottische Zoologe James Cossar Ewart (1851-1933) kreuzte Ende des 19. Jahrhunderts in Penicuik in Schottland einen Zebrahengst mit Ponystuten. Er wollte eine alte Vorstellung überprüfen, die Telegonie. Danach sollte ein Weibchen Eigenschaften früherer Partner an spätere Nachkommen weitergeben. Ewart ließ eine Stute, die bereits Zebra-Mischlinge geboren hatte, später von einem Pony decken. Das Fohlen zeigte weder Streifen noch andere Zebra-Merkmale. Damit war die Telegonie widerlegt. Ewart veröffentlichte seine Ergebnisse 1899 im Buch „The Penycuik Experiments“. Einer seiner Mischlinge hieß Romulus. Ewart wollte außerdem ein Zug- und Lasttier für Südafrika züchten, das gegen afrikanische Krankheiten widerstandsfähig und leichter zu führen ist als ein Maultier.
Verbreitung und Haltung
In freier Natur gibt es keine Zorses. Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten der Pferdeartigen kommen in der Wildnis nur selten vor. Im Norden Kenias haben Forscher zum Beispiel wild lebende Mischlinge aus Grevyzebras und Steppenzebras nachgewiesen. Auch Mischlinge aus Zebra und Esel wurden in Afrika vereinzelt dort beobachtet, wo Esel und Zebras nahe beieinander leben. Zorses entstehen dagegen nur, wenn Menschen Zebras und Pferde zusammenbringen.
Heute werden Zebroide vereinzelt als Reit- und Zugtiere gezüchtet. Man sieht sie auch in Zirkussen und kleineren Zoos. Wie viele Zorses es weltweit gibt, ist nicht bekannt.
Charakter: Zebras sind Wildtiere, Pferde dagegen Haustiere. Zebroide gelten als launischer als reinrassige Pferde und können schwer zu handhaben sein. Zorses werden als temperamentvoll beschrieben und können auch aggressiv reagieren.
Warum nicht gleich ein Zebra reiten? Zebras haben einen anderen Körperbau als Pferde. Sättel und Zaumzeug passen deshalb schlecht. Ein Zorse ähnelt im Körperbau eher einem Pferd und lässt sich darum leichter ausrüsten.
Ernährung: Wie Pferde und Zebras ist der Zorse ein Pflanzenfresser. Wissenschaftliche Untersuchungen speziell zur Fütterung von Zorses gibt es nicht.
Fortpflanzung: Ein Zorse wird von der Pferdestute ausgetragen und geboren. Wie lange die Tragzeit bei dieser Kreuzung genau dauert, ist nicht wissenschaftlich untersucht. Weil Zorses fast immer unfruchtbar sind, kann man mit ihnen nicht weiterzüchten. Jeder Zorse ist daher das Ergebnis einer neuen Kreuzung von Zebra und Pferd.
Bekannte Zebra-Pferd-Mischlinge
- Eclyse (2007): Im Safariland Stukenbrock kam 2007 ein Fohlen namens Eclyse zur Welt. Ihre Mutter war die Zebrastute Eclipse, ihr Vater der Pferdehengst Ulysses. Streng genommen ist Eclyse also kein Zorse, sondern eine Hebra. Sie ist ein bekanntes Beispiel für ein Fell mit weißen Flächen ohne Streifen und daneben gestreiften Körperteilen.
- Romulus (1899): Ein Mischling aus James Cossar Ewarts Versuchen, der auf einem historischen Foto als einjähriges Fohlen zu sehen ist.
Häufige Fragen zum Zorse
Was ist ein Zorse?
Ein Zorse ist ein Mischling aus einem Zebrahengst und einer Pferdestute. Er sieht meist aus wie ein Pferd mit Zebrastreifen, die oft nur an den Beinen oder an Teilen des Körpers zu sehen sind. Der Name setzt sich aus den englischen Wörtern zebra und horse zusammen.
Kann ein Zorse Fohlen bekommen?
Fast nie. Pferd und Zebra haben unterschiedlich viele Chromosomen, deshalb kann ein Zorse meist keine funktionierenden Ei- oder Samenzellen bilden. Männliche Zorses gelten als unfruchtbar, weibliche höchstens als sehr eingeschränkt fruchtbar.
Kann man einen Zorse reiten?
Zebroide werden teilweise als Reittiere gezüchtet, weil sie im Körperbau eher einem Pferd ähneln als ein Zebra. Sie gelten aber als launisch und schwer zu handhaben, denn vom Zebra-Vater erben sie auch Eigenschaften eines Wildtiers.
Gibt es Zorses in freier Wildbahn?
Nein. Verschiedene Arten der Pferdeartigen kreuzen sich in der Natur nur selten, und Pferde und Zebras leben dort nicht zusammen. Zorses gibt es nur, weil Menschen Zebras und Pferde gezielt oder zufällig zusammenbringen.
Wie heißt der Mischling aus Pferdehengst und Zebrastute?
Diese seltene Kreuzung heißt Hebra, auch Zebrinny oder Horsebra. Das bekannteste Beispiel ist Eclyse, die 2007 im Safariland Stukenbrock geboren wurde.
Was ist der Unterschied zwischen Zorse und Zonkey?
Beide haben einen Zebrahengst als Vater. Beim Zorse ist die Mutter eine Pferdestute, beim Zonkey eine Eselstute. Zorses ähneln deshalb eher Pferden, Zonkeys eher Eseln.
Ähnliche Tiere
- Zebroide - der Oberbegriff für alle Zebra-Mischlinge
- Zebra - der Vater des Zorse
- Pferd - die Mutter des Zorse
- Maultier - der bekannteste Mischling aus Esel und Pferd
- Esel - ein naher Verwandter der Zebras
- Liger - ein Mischling aus Löwe und Tiger
Quellen
- Iannuzzi, A. et al. (2017): Pooling strategy and chromosome painting characterize a living zebroid for the first time. PLoS ONE 12(7): e0180158
- Jónsson, H. et al. (2014): Speciation with gene flow in equids despite extensive chromosomal plasticity. PNAS 111(52), 18655-18660
- Vilstrup, J. T. et al. (2013): Mitochondrial Phylogenomics of Modern and Ancient Equids. PLoS ONE 8(2): e55950
- Cordingley, J. E. et al. (2009): Is the endangered Grevy's zebra threatened by hybridization? Animal Conservation 12, 505 ff.
- Zebroids, Zeedonks, Zorses, Zonies: Welcome To The World Of Zebra Hybrids - IFLScience
- Zebroid - Wikipedia (englisch)
- James Cossar Ewart - Wikipedia (englisch)
- Zebroide - Wikipedia