Salamander

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Ganz schwarzer Lanzas Alpensalamander mit glänzender Haut kriecht über einen Stein neben rosa Blüten
Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.5

Kurz erklärt

Salamander sind Lurche mit langem Schwanz und vier kurzen Beinen. Die bekanntesten bei uns sind der schwarz-gelbe Feuersalamander und der ganz schwarze Alpensalamander. Beide leben an Land, kommen nachts oder bei Regen hervor und fressen Schnecken, Asseln und Insekten. Zur Familie der Echten Salamander gehören weltweit rund 150 Arten, darunter auch unsere Molche.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameSalamandridae
Abstammung
  • Klasse: Amphibien (Lurche)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Unterordnung: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
  • Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
KörpergrößeJe nach Art sehr verschieden; Feuersalamander 14 bis 20 cm, Alpensalamander 9 bis 15 cm, die größten Arten über 20 cm
KörpergewichtFeuersalamander bis etwa 50 g
ErnährungFleischfresser: Schnecken, Tausendfüßer, Asseln, Ohrwürmer, Laufkäfer und andere Kleintiere
LebenserwartungFeuersalamander in der Natur über 20 Jahre, in Gefangenschaft über 50 Jahre
Verbreitung Vor allem Europa und Asien, außerdem Nordafrika und Nordamerika AfrikaAsienEuropaNordamerika
EntdeckungFeuersalamander: Erstbeschreibung 1758 durch Carl von Linné
SonstigesDie Angaben gelten für die Familie der Echten Salamander mit rund 150 Arten, die Größen- und Gewichtsangaben vor allem für den Feuersalamander. Die Gefährdung ist je nach Art verschieden: Feuersalamander VU (IUCN, 2023), Alpensalamander LC (IUCN, 2024), Lanzas Alpensalamander CR (IUCN, 2022).

Was ist ein Salamander?

Das Wort „Salamander“ wird unterschiedlich benutzt. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

Im Alltag: Wenn in Deutschland jemand von einem Salamander spricht, meint er fast immer den Feuersalamander oder den Alpensalamander. Das sind kräftige Schwanzlurche mit rundem Schwanz, die als erwachsene Tiere an Land leben.

In der Biologie: Feuer- und Alpensalamander gehören zur Familie der Echten Salamander (Salamandridae). Zu dieser Familie zählen weltweit 151 Arten in 22 Gattungen. Die meisten davon sind aber gar keine Landsalamander, sondern Molche. Auch der Teichmolch, der Bergmolch und der Kammmolch aus unseren Teichen sind also Echte Salamander.

Nicht jeder „Salamander“ gehört dazu: Der Tigersalamander aus Nordamerika trägt zwar den Namen, gehört aber wie der Axolotl zu einer anderen Familie, den Querzahnmolchen.

Diese Seite stellt die Familie der Echten Salamander vor. Den Schwerpunkt bilden die beiden Landsalamander Mitteleuropas. Das Foto oben zeigt einen Lanzas Alpensalamander (Salamandra lanzai), einen nahen Verwandten des Alpensalamanders aus den Westalpen.

Aussehen und Körperbau

Salamander haben einen langgestreckten Körper, vier kurze Beine und einen langen Schwanz. Die Haut ist nackt, ohne Schuppen, und fühlt sich feucht an.

Größe: Die meisten Echten Salamander sind klein bis mittelgroß. Nur Arten der Gattungen Salamandra und Pleurodeles erreichen über 20 cm.

Atmung: Echte Salamander besitzen Lungen, schon als Jungtiere und auch als Erwachsene.

Giftige Haut: Die meisten Arten sondern aus ihrer Haut giftige Stoffe ab.

Salamander und Molche unterscheiden: Molche kehren zur Fortpflanzung ins Wasser zurück. Dort bilden viele von ihnen einen Hautsaum auf Rücken und Schwanz, der wie eine Flosse aussieht. An Land ist ihre Haut dagegen eher rau. Feuer- und Alpensalamander paaren sich dagegen an Land.

Verbreitung und Lebensraum

Die Echten Salamander leben vor allem in Europa und Asien. Die Gattungen Salamandra und Pleurodeles kommen auch in Nordafrika vor. In Nordamerika gibt es zwei Gattungen von Wassermolchen, die nur dort leben.

In Deutschland leben zwei Landsalamander: Der Feuersalamander ist in den Mittelgebirgen verbreitet, der Alpensalamander kommt nur in den Alpen vor. Dazu kommen mehrere Molcharten, zum Beispiel Teichmolch, Bergmolch, Fadenmolch und Kammmolch.

Feucht und versteckt: Landsalamander brauchen Feuchtigkeit. Einen großen Teil ihres Lebens verbringen sie versteckt unter Steinen, Holz und Wurzeln, in Erdlöchern oder Felsspalten.

Ernährung

Echte Salamander sind Fleischfresser. Sie fressen alles, was sie überwältigen und verschlingen können.

Feuersalamander fressen vor allem Tiere, die in der Laubschicht des Waldbodens leben: Schnecken, Tausendfüßer, Asseln, Ohrwürmer und Laufkäfer.

Die Larven des Feuersalamanders leben im Wasser und fressen dort Kleintiere wie Eintagsfliegen- und Steinfliegenlarven, Bachflohkrebse, Wasserasseln und Würmer.

Verhalten und Lebensweise

Nachts und bei Regen: Feuersalamander sind überwiegend nachtaktiv. Alpensalamander sieht man am häufigsten bei Gewitterregen oder frühmorgens, wenn der Boden noch taunass ist.

Langsam unterwegs: Salamander bewegen sich gemächlich. Das macht sie auf Straßen und Waldwegen zu häufigen Verkehrsopfern.

Gift als Schutz: Die schwarz-gelbe Farbe des Feuersalamanders ist eine Warnfarbe. Sie zeigt Feinden: Vorsicht, giftig! Aus Drüsen in der Haut kann er ein giftiges Sekret abgeben. Wer einen Salamander angefasst hat, sollte sich deshalb die Hände waschen und nicht die Augen reiben.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Die Landsalamander haben eine besondere Art der Fortpflanzung. Sie paaren sich an Land: Das Männchen kriecht unter das Weibchen, hält es mit den Vorderbeinen fest und setzt ein Samenpaket auf dem Boden ab. Das Weibchen nimmt es mit seiner Kloake auf.

Feuersalamander: Die Eier entwickeln sich im Bauch des Weibchens. Meist von Februar bis Mai setzt es fertig entwickelte Larven mit Kiemen in kühlen Quellbächen, Quelltümpeln oder anderen kleinen Gewässern ab. Meist sind es 20 bis 40 Larven, gezählt wurden 10 bis 70. Sie sind anfangs etwa 2,5 bis 3 cm lang und haben schon vier Beine. Je nach Wassertemperatur verwandeln sie sich nach drei bis fünf Monaten in 5 bis 7 cm lange Jungsalamander, die an Land gehen.

Alpensalamander: Er ist ganz vom Wasser unabhängig. Die gesamte Entwicklung findet im Mutterleib statt. Unterhalb von 1.000 m Höhe dauert sie zwei Jahre, zwischen 1.000 und 2.000 m drei Jahre, in den höchsten Lagen vermutlich vier Jahre. Von etwa 50 Eiern entwickeln sich meist nur zwei. Die übrigen Eier dienen den Larven als Nahrung. Am Ende bringt das Weibchen zwei fertige kleine Salamander zur Welt, die schon 45 bis 50 mm lang sind.

Molche kehren dagegen zur Paarung ins Wasser zurück. Viele Männchen tragen dann ein auffälliges Wasserkleid, beim Teichmolch und beim Kammmolch zum Beispiel einen hohen Kamm auf dem Rücken.

Feuersalamander

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist der bekannteste Salamander Europas. Seine glänzend schwarze Haut trägt ein gelbes, manchmal orangefarbenes Muster aus Flecken oder Streifen.

  • Größe: 14 bis 20 cm, Gewicht bis etwa 50 g
  • Verbreitung: weite Teile West-, Mittel-, Süd- und Südosteuropas. In Deutschland verläuft die Nordgrenze durch Nord- und Mitteldeutschland.
  • Lebensraum: feuchte Laub- und Mischwälder der Mittelgebirge mit sauberen, kühlen Quellbächen
  • Alter: in der Natur nachweislich über 20 Jahre, in menschlicher Obhut sogar über 50 Jahre

In Deutschland leben zwei Unterarten: der gebänderte Feuersalamander mit Streifen, vor allem im Westen, und der gefleckte Feuersalamander.

Alpensalamander

Der Alpensalamander (Salamandra atra) ist am ganzen Körper glänzend schwarz, auch am Bauch, und hat kein Muster. Er wird 9 bis 13 cm lang, Weibchen bis zu 15 cm. Er lebt in den Alpen und in den Gebirgen des nördlichen Balkans, meist zwischen 800 und 2.000 m Höhe. In der Schweiz wurden Tiere bis auf 2.430 m gefunden. Schwimmen kann er schlecht, er braucht aber feuchte Verstecke. Für 2026 wurde er zum Lurch des Jahres gewählt.

Feinde und Gefährdung

Feinde: Erwachsene Feuersalamander schützt ihr giftiges Hautsekret vor vielen Feinden. Ihre Larven werden dagegen von Fischen gefressen. Fachleute raten deshalb, in Waldbäche mit Salamanderlarven keine Fische einzusetzen.

Salamanderpest: Die größte Gefahr ist ein Hautpilz mit dem Namen Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal. Er stammt vermutlich aus Asien und wurde durch den weltweiten Handel mit Tieren nach Europa eingeschleppt. Er befällt nur Schwanzlurche, also Salamander und Molche. Für Feuersalamander ist er meist tödlich. In den Niederlanden schrumpfte ein Feuersalamander-Bestand innerhalb weniger Jahre um 99,9 %. Auch in Belgien breitete sich der Pilz aus. In Deutschland wurde er in freier Natur zuerst in der Eifel nachgewiesen, inzwischen auch an weiteren Orten.

Weitere Gefahren: Ausgebaute und begradigte Bäche, verschmutzte Gewässer und der Straßenverkehr machen Feuersalamandern zu schaffen.

Rote Liste: Weltweit gilt der Feuersalamander als gefährdet (VU) (IUCN, 2023). In Deutschland steht er auf der Vorwarnliste und ist besonders geschützt: Man darf ihn nicht fangen, verletzen oder töten. Der Alpensalamander gilt als nicht gefährdet (IUCN, 2024). Lanzas Alpensalamander aus den Westalpen, der auf dem Foto zu sehen ist, ist dagegen vom Aussterben bedroht (CR) (IUCN, 2022).

Häufige Fragen zum Salamander

Was ist der Unterschied zwischen Salamander und Molch?

Beide gehören zur Familie der Echten Salamander. Als „Salamander“ bezeichnet man im Deutschen meist die Arten, die als Erwachsene an Land leben und einen runden Schwanz haben, wie Feuer- und Alpensalamander. Molche kehren zur Fortpflanzung ins Wasser zurück und bekommen dort oft einen flossenartigen Hautsaum.

Ist ein Feuersalamander giftig?

Ja, seine Haut gibt ein giftiges Sekret ab, das Feinde abschreckt. Die schwarz-gelbe Farbe warnt davor. Nach dem Berühren sollte man die Hände waschen und nicht die Augen reiben.

Was frisst ein Salamander?

Salamander sind Fleischfresser. Feuersalamander fressen vor allem Schnecken, Tausendfüßer, Asseln, Ohrwürmer und Laufkäfer. Ihre Larven im Wasser fressen Insektenlarven, Bachflohkrebse und Wasserasseln.

Wie alt wird ein Feuersalamander?

In der Natur werden Feuersalamander nachweislich über 20 Jahre alt. In menschlicher Obhut sind sogar Tiere bekannt, die über 50 Jahre alt wurden.

Legt der Feuersalamander Eier?

Nein. Die Eier entwickeln sich im Bauch des Weibchens. Im Frühjahr setzt es fertige Larven mit Kiemen in kühlen Bächen oder Tümpeln ab. Der Alpensalamander bringt sogar fertig entwickelte kleine Salamander zur Welt.

Wo kann man Salamander sehen?

Feuersalamander leben in feuchten Laub- und Mischwäldern der Mittelgebirge mit kühlen Bächen. Man sieht sie vor allem in feuchten Nächten, oft auch auf Waldwegen. Alpensalamander zeigen sich in den Alpen vor allem bei Gewitterregen. Anfassen sollte man die geschützten Tiere nicht.

Ähnliche Tiere

  • Teichmolch - der häufigste Molch in Deutschland, ebenfalls ein Echter Salamander
  • Tigersalamander - ein Salamander aus Nordamerika aus der Familie der Querzahnmolche
  • Axolotl - bleibt sein Leben lang im Larvenstadium
  • Grottenolm - ein Schwanzlurch, der in Höhlengewässern lebt
  • Erdkröte - ein Froschlurch, der wie der Feuersalamander oft auf Straßen überfahren wird

Quellen