Koi

Zuletzt aktualisiert:

Koi
Unknown / Wikimedia Commons /

Kurz erklärt

Koi, auf Japanisch Nishikigoi, sind bunte Zuchtformen des Karpfens. Sie stammen aus Japan und werden heute auf der ganzen Welt in Gartenteichen gehalten. Ausgewachsene Koi können bis zu einen Meter lang und mehrere Jahrzehnte alt werden. Von Goldfischen unterscheidet man sie leicht an den Barteln am Maul.

Steckbrief

Wissenschaftl. NameCyprinus carpio
Abstammung
  • Ordnung: Karpfenartige
  • Unterordnung: Karpfenfischähnliche
  • Familie: Karpfenfische
  • Gattung: Cyprinus
  • Art: Karpfen
KörpergrößeBis etwa 1 m, je nach Zuchtlinie und Haltung meist deutlich kleiner
KörpergewichtBis etwa 24 kg
ErnährungAllesfresser: Kleintiere wie Insektenlarven, Würmer und Schnecken, dazu Pflanzen; im Teich meist Fertigfutter
LebenserwartungMehrere Jahrzehnte, häufig genannt werden bis etwa 50 bis 60 Jahre
SozialverhaltenGesellig, lebt in Gruppen
HerkunftJapan (Präfektur Niigata), Stammform aus Asien
Verbreitung Asien, als Zierfisch weltweit Asien
SonstigesZuchtform. Je nach Einteilung wird der Koi dem Karpfen (Cyprinus carpio) oder dem Amurkarpfen (Cyprinus rubrofuscus) zugeordnet.

Koi oder Nishikigoi?

Koi und Nishikigoi sind dieselben Fische. "Koi" ist einfach das japanische Wort für Karpfen. Der vollständige Name Nishikigoi bedeutet "Brokatkarpfen", weil die bunten Fische an kostbaren, gemusterten Stoff erinnern. Der Name ist erst im 20. Jahrhundert üblich geworden und hat ältere Bezeichnungen wie Irokoi (farbiger Karpfen) und Hanakoi (Blumenkarpfen) verdrängt. Warum, ist nicht sicher geklärt. Einer Erklärung nach geschah das im Zweiten Weltkrieg. Da "Koi" im Japanischen ähnlich klingt wie das Wort für Liebe und Zuneigung, gelten die Fische dort auch als Glücksbringer.

Biologisch sind Koi keine eigene Art, sondern bunte Zuchtformen des Karpfens. Früher ordnete man sie dem Gemeinen Karpfen (Cyprinus carpio) zu. Nach neueren Einteilungen stammen sie vom ostasiatischen Amurkarpfen (Cyprinus rubrofuscus) ab.

Körperliche Merkmale

Ausgewachsene Koi können bis zu einen Meter lang und bis etwa 24 Kilogramm schwer werden. Sie haben den typischen kräftigen, spindelförmigen Körper eines Karpfens, einen rundlichen Kopf und zwei Paar kurze Barteln am Maul. An diesen Barteln kann man sie gut vom Goldfisch unterscheiden, der keine hat.

Das Besondere an Koi sind ihre Farben und Muster. Es gibt weiße, rote, schwarze, gelbe, orange und bläuliche Töne, dazu metallisch glänzende Schuppen. Manche Zuchtformen haben nur wenige große Schuppen oder fast gar keine.

Die bekanntesten Koi-Sorten

Heute unterscheidet man mehr als 100 Koi-Sorten. Als besonders beliebt gelten die drei Sorten der sogenannten Gosanke:

  • Kohaku: weißer Körper mit roten Flecken
  • Taisho Sanshoku (kurz Sanke): weißer Körper mit roten und schwarzen Flecken
  • Showa Sanshoku (kurz Showa): schwarzer Körper mit roten und weißen Flecken

Bei Koi-Ausstellungen bewerten Preisrichter unter anderem Körperform, Farbe und die Verteilung der Muster. Gute Tiere können sehr teuer sein.

Herkunft und Geschichte

Karpfen wurden in Asien schon lange als Speisefische gehalten. Dabei traten immer wieder Tiere mit ungewöhnlichen Farben auf. In der japanischen Präfektur Niigata, in der Gegend von Ojiya und Yamakoshi, begannen Bauern etwa in den 1820er-Jahren, solche bunten Karpfen gezielt zu züchten.

Bekannt wurden die Koi in ganz Japan durch eine Ausstellung in Tokio im Jahr 1914, wo sie als erste ihrer Art in der Gegend um Tokio gezeigt wurden. 1939 waren Koi auf der Weltausstellung in San Francisco zu sehen. Heute werden sie auf der ganzen Welt gezüchtet und gehalten, auch in Deutschland.

Haltung im Teich

Koi werden meist in großen Gartenteichen gehalten. Weil sie groß werden und viel Futter und Kot produzieren, brauchen sie viel Platz und sauberes, sauerstoffreiches Wasser. Damit die Fische im Winter nicht erfrieren, sollte der Teich an der tiefsten Stelle mindestens 1,3 Meter tief sein. Eine gute Filteranlage und regelmäßige Wassertests gehören dazu.

Sinkt die Wassertemperatur unter etwa 10 °C, fahren Koi ihren Stoffwechsel herunter und halten am Teichboden eine Winterruhe. In dieser Zeit fressen sie kaum.

In freier Natur sollten Koi nicht ausgesetzt werden. Wie andere Karpfen wühlen sie den Gewässerboden auf und fressen Wasserpflanzen. In manchen Ländern, zum Beispiel in Australien, gelten sie deshalb als schädliche, eingeschleppte Fische.

Ernährung

Koi sind Allesfresser. In der Natur suchen Karpfen am Gewässergrund nach Insektenlarven, Würmern, Schnecken und kleinen Krebsen und fressen auch Pflanzenteile. Im Teich bekommen Koi meist spezielles Fertigfutter, dazu gelegentlich Obst oder Gemüse.

Wie viel ein Koi frisst, hängt stark von der Wassertemperatur ab. In warmem Wasser ist er aktiv und braucht viel Futter, in kaltem Wasser verbraucht er kaum Energie. Deshalb füttert man im Herbst immer weniger und im Winter gar nicht oder nur sehr wenig. Zu viel Futter belastet das Wasser.

Fortpflanzung

Männliche Koi heißen Milchner, weibliche Rogner. Die Laichzeit beginnt im späten Frühjahr, wenn das Wasser warm genug ist. Dann treiben die Männchen die Weibchen durch den Teich und stoßen sie mit dem Maul in die Seite. Ein großes Weibchen legt dabei 400.000 bis 500.000 Eier, die von den Männchen befruchtet werden. Die Jungfische schlüpfen nach wenigen Tagen.

Nur ein kleiner Teil der Jungfische zeigt die gewünschten Farben und Muster. Züchter sortieren den Nachwuchs deshalb mehrmals aus.

Lebenserwartung und Krankheiten

Koi können sehr alt werden. Viele Quellen nennen eine Lebenserwartung von gut 50 Jahren. Berühmt ist der Koi "Hanako" aus Japan, der laut einer Untersuchung seiner Schuppen über 200 Jahre alt gewesen sein soll. Diese Altersangabe gilt aber als unsicher.

Gefürchtet ist das Koi-Herpesvirus (KHV). Erkranken können Nutzkarpfen und Koi, andere Fische wie Goldfische können das Virus übertragen. Die Krankheit kann ganze Bestände töten und bricht meist erst bei Wassertemperaturen über 16 °C aus. In Deutschland muss eine KHV-Infektion den Behörden gemeldet werden.

Häufige Fragen zum Koi

Was ist der Unterschied zwischen Koi und Nishikigoi?

Es gibt keinen. Nishikigoi ist der vollständige japanische Name und bedeutet "Brokatkarpfen". "Koi" heißt auf Japanisch einfach Karpfen und ist die kurze Form.

Wie groß werden Koi?

Ausgewachsene Koi werden bis zu einen Meter lang und bis etwa 24 Kilogramm schwer. Wie groß ein Koi wird, hängt von Zuchtlinie, Futter und Teichgröße ab.

Wie alt kann ein Koi werden?

Koi können mehrere Jahrzehnte alt werden, häufig genannt werden bis etwa 50 bis 60 Jahre. Berichte über Koi, die über 200 Jahre alt gewesen sein sollen, sind nicht sicher belegt.

Was ist der Unterschied zwischen Koi und Goldfisch?

Koi haben zwei Paar Barteln am Maul, Goldfische haben keine. Außerdem werden Koi viel größer. Beide sind Zuchtformen aus der Familie der Karpfenfische, gehören aber zu verschiedenen Arten.

Ähnliche Tiere

Quellen