Vögel
Vögel erkennst du an ihren Federn - sie sind die einzigen Tiere, die welche haben! Die meisten können fliegen, manche aber auch nicht, wie der Pinguin oder der Strauß. Alle Vögel legen Eier und haben einen Schnabel statt Zähnen.
127 TiereBeliebte Vögel
Rekorde im Tierreich
I
S
U
Was ist ein Vogel?
Vögel (Aves) sind eine Klasse der Wirbeltiere. Mit rund 11.000 Arten besiedeln sie nahezu alle Lebensräume der Erde: den Luftraum, Wälder, Wüsten, Gebirge, Städte und die Meere. Die kleinste Art ist die Bienenelfe, ein Kolibri aus Kuba mit etwa 6 cm Länge und knapp 2 g Gewicht. Der größte Vogel ist der Afrikanische Strauß, der über 2,5 m hoch und rund 150 kg schwer werden kann.
Körperliche Merkmale
Das wichtigste Kennzeichen der Vögel sind ihre Federn, denn die gibt es bei keiner anderen heute lebenden Tiergruppe. Die Vordergliedmaßen sind zu Flügeln umgebildet. Die allermeisten Vogelarten können fliegen, einige wie Strauß, Emu, Kiwi oder die Pinguine haben das Fliegen aber im Laufe der Evolution aufgegeben.
Der Körperbau ist ganz auf das Fliegen ausgerichtet. Viele Knochen sind hohl und von Luftsäcken durchzogen, dadurch leicht und trotzdem stabil. Teile der Wirbelsäule sind miteinander verwachsen, und die beiden Schlüsselbeine bilden gemeinsam das Gabelbein. So entsteht ein fester Rumpf, an dem die kräftige Flugmuskulatur ansetzt. Statt Zähnen haben Vögel einen Schnabel aus Horn, dessen Form stark von der Ernährung abhängt: Greifvögel haben einen Hakenschnabel, Finken einen kräftigen Körnerschnabel und Kolibris einen langen, dünnen Schnabel für Blütennektar.
Vögel sind gleichwarm. Ihre Körpertemperatur liegt meist bei etwa 40 bis 42 °C, das isolierende Federkleid hilft beim Warmhalten. Das Herz hat wie bei Säugetieren vier Kammern und schlägt bei kleinen Arten mehrere hundert Mal pro Minute. Die Lunge ist mit Luftsäcken verbunden, die einen besonders effektiven Gasaustausch ermöglichen. Die Stimme entsteht nicht im Kehlkopf, sondern in einem eigenen Stimmorgan am unteren Ende der Luftröhre, der Syrinx.
Die Beine besitzen einen zusätzlichen Abschnitt, den Laufknochen. Die Füße haben meist drei nach vorne und eine nach hinten gerichtete Zehe und sind je nach Lebensweise zum Klammern, Greifen, Scharren, Schwimmen oder Laufen ausgebildet.
Sinne
Der wichtigste Sinn ist das Sehen. Vogelaugen sind im Verhältnis zum Kopf sehr groß, und viele Arten sehen auch ultraviolettes Licht. Greifvögel erkennen Beute aus großer Entfernung. Auch das Gehör ist gut entwickelt, besonders bei Eulen, die ihre Beute nachts allein nach Geräuschen orten können. Der Geruchssinn ist bei den meisten Arten eher schwach, bei Kiwis, Geiern und Sturmvögeln aber gut ausgeprägt.
Ernährung
Die Ernährung der Vögel ist so vielfältig wie ihr Federkleid. Es gibt Körnerfresser, Insektenfresser, Fischfresser, Nektarsauger, Fruchtfresser und Aasfresser. Viele Arten besitzen einen Kropf, eine Erweiterung der Speiseröhre, in der Nahrung zwischengespeichert wird. Da Vögel keine Zähne haben, zerkleinert der muskulöse Muskelmagen die Nahrung, oft mithilfe verschluckter Steinchen.
Fortpflanzung
Alle Vögel legen Eier mit einer harten Kalkschale. Der Paarung geht häufig eine Balz voraus, bei der die Männchen mit Gesang, Tänzen oder prächtigem Gefieder um die Weibchen werben. Viele Arten bilden nur für eine Brutsaison ein Paar, manche wie Schwäne, Gänse oder Albatrosse bleiben oft ein Leben lang zusammen.
Die Eier werden meist in Nestern ausgebrütet. Die Brutdauer hängt von der Größe der Art ab: Kleine Singvögel brüten etwa zwei Wochen, Enten und Gänse rund vier Wochen, der Strauß etwa sechs Wochen und der Kaiserpinguin rund neun Wochen. Bei vielen Arten kümmern sich beide Eltern um den Nachwuchs. Man unterscheidet Nesthocker, die nackt und blind schlüpfen und lange gefüttert werden, und Nestflüchter wie Küken von Hühnern und Enten, die schon kurz nach dem Schlupf laufen können. Die Brutzeit liegt meist dann, wenn es für die Jungen am meisten Nahrung gibt, in Mitteleuropa also im Frühjahr und Frühsommer. Fichtenkreuzschnäbel brüten dagegen oft schon im Winter, wenn die Fichtenzapfen reif sind.
Fliegen und Vogelzug
Vögel nutzen verschiedene Flugtechniken. Beim Ruderflug schlagen sie die Flügel aktiv auf und ab. Beim Segelflug lassen sich Störche, Geier oder Adler von aufsteigender warmer Luft nach oben tragen, beim Gleitflug verlieren sie dagegen langsam an Höhe. Turmfalken stehen im Rüttelflug scheinbar still in der Luft, und Kolibris können im Schwirrflug sogar rückwärts fliegen. Spechte und Finken fliegen typischerweise im Wellenflug.
Besonders beeindruckend ist der Vogelzug. Viele Arten legen jedes Jahr tausende Kilometer zwischen Brutgebiet und Winterquartier zurück. Die Küstenseeschwalbe pendelt zwischen Arktis und Antarktis und fliegt dabei weiter als jedes andere Tier.